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Potsdam und die Welt – unsere Meinung

5. Die Villa – Henckel – Rangelei
4. Unterschriften-Sammeleien rund um die Garnisonkirche
3. Kuba und Ebola
2. Syrische Flüchtlinge in Potsdam
1. Die Plattmacher und die Identitätskiller

5. Die Villa – Henckel – Rangelei

Natürlich muss man nicht zu jedem Ereignis in Potsdam seinen Senf dazugeben. Aber wenn sich mal wieder ein Millionär ausbreitet in der schönen Landeshauptstadt, so verlockt das doch zu sehr.
Eigentlich geht es ja um zwei Villen, die Henckel und die Schlieffen-Villa und ganz genau um den unterdessen abgesperrten Park, was wohl andere stört aus eben dieser Gegend in Potsdam, die sicher nicht zu den Hartzern gehören. Egal ist es allemal, wer sich da mit wem streitet. Interessant sind aber die tangierenden Fakten.
Die Stadt Potsdam scheint, mit der Schlösserstiftung im Boot, dem Herrn Döpfner vom Springerkonzern hier Sahnestücke verhökert zu haben. Nach dem Kaufpreis frage ich mal lieber nicht. Anzunehmen ist auch, dass man sich schon lange kennt, vielleicht sogar schon über 25 Jahre. Jedenfalls scheint dem Millionär wohl irgendwie die Zusage gemacht worden zu sein, dass er die Parkanlagen für sich nutzen kann. Mindestens an Wochenenden und er kann auch die Öffnungszeiten festlegen. Nun rudern Stadt und Stiftung zurück und unser guter Millionär ist genervt, weil er nicht seinen Willen bekommt und fühlt sich von allen verlassen. Ist ja auch ein Schande, wo Andere ganze Seeufer zumachen, Privatstraßen deklarieren usw.
Dem „Normalbürger“ müsste, so er so etwas liest, spei übel werden.
Das ganze hat noch eine andere Seite: Man sollte doch bitte nicht vergessen worüber wir hier noch reden. Die Namen beider Villen sind für das Potsdamverständnis heute geradezu notorisch. Natürlich nur für die Eliten oder diejenigen, die sich dafür halten.
Erinnern wir uns, die Henckel von Donnersmarck, alter schlesischer Adel fest eingefügt in den preußischen und dann preußisch-deutschen Ausbeuterapparat, waren 1914 die zweitreichsten Leute in Deutschland nach Krupp von Bohlen und Halbach. Ich glaube auch, dass einige Menschen den aberwitzigen Schlieffenplan für den ersten Weltkrieg kennen, mindestens aber von ihm gehört haben. Wobei, wohl eher nur, wenn sie in der DDR zur Schule gingen.
Zwei aktuelle Exemplare der anderen Familie scheinen mir aber doch mal recht interessant und auch sehr aussagekräftig. Da haben wir einmal den Herrn Karl Graf Henckel von Donnersmark. Der war z.B. bis 2011 Abt eines Zisterzienserstiftes. Vielleicht hätte man ihn was die Sanierung angeht zur Kasse bitten sollen. Die Villen wurde ja auch auf dem Schweiß und durch die Ausbeutung der Menschen gebaut, die für diese Familien arbeiten mussten. Ein besonders hochgeschätzter Mensch ist der junge Florian von Donnersmarck, dem es ja endlich gelang für Deutschland einen Oscar zu holen. Mit dem Film „Das Leben der Anderen“ hat er als Westimport genau gewusst, wie die Menschen im Osten unterdrückt wurden. Da kann man nur sagen „Bravo“ alte junge Garde. Und so sehen dann die Siegertypen aus:

Abt_Gregor_-_mit_Bibel Jahreswechsel - Kinojahr 2007

 

 

Nun ist nicht das Problem, dass die Villen saniert werden oder wurden, für mich ist das Problem, die private Nutzung. Vielleicht sollte man Herrn Döpfner zahlen lassen und dann dort Flüchtlinge unterbringen. Danach eine Nutzung für die Öffentlichkeit finden

Herbert Driebe

 

 

 

4. Unterschriften-Sammeleien rund um die Garnisonkirche

Wie jüngsten Presseberichten zu entnehmen ist, scheint die Stiftung zum Wiederaufbau der preußischen Kriegerkirche mächtig stolz zu sein auf die bisher gesammelten Unterschriften. Die Rede ist von 4000 in einem Monat und es ginge dabei um drei Dinge: an Geschichte zu erinnern, Verantwortung zu lernen und Versöhnung zu leben. Da komme ich gleich noch mal drauf zurück. Das ist unleugbar eine Reaktion auf die 14.000 Unterschriften im Bürgerbegehren dagegen und natürlich auch gegen die weiteren 530 Unterschriften vom Aufruf „Christen brauchen keine Garnisonkirche“. Wenn hier schon über 500 Christen unterschrieben haben, so fragt sich, wie viel eigentlich überhaupt noch dafür sind.
Aber es geht mir hier um mehr: Dass die Stiftung hier versucht, mit dem Medizinnobelpreisträger Günter Blobel aus New York zu renommieren mag ja noch angehen, der mit seiner Familie 1945 aus Schlesien gleich bis weit hinter die Elbe floh. Aber schon haben wir einen wesentlichen Punkt, der bitte schön nicht vergessen werden soll. Wenn man sich die Unterzeichner ansieht, so – scheint mir – sind nicht mal die Hälfte davon Bürger Potsdams. Damit nicht genug, hat man sich neben den USA Unterschriften aus verschiedenen Ländern besorgt. Ein gutes Bespiel ist hier die Freifrau von Lüdinghausen aus Südafrika. Das bringt mich auf die Dimension des obigen Zitats mit dem Geschichte erinnern usw. Dass Frau Saskia Hünecke unterschrieben hat, steht ja außer Frage. Jeder darf sich natürlich demokratisch zu was auch immer bekennen. Auch die vielen Unterschriften aus ganz Deutschland verwundern eigentlich nicht, besonders die vielen aus den alten Bundesländern und der ehemaligen selbständigen politischen Einheit Westberlin. Wie gesagt, die Gegner haben die Bürger Potsdams gefragt, die das wohl zuerst angeht. Wie viel Stimmen die wohl aus aller Welt bekommen hätten, wenn sie genau so gehandelt hätten.
Allerdings gibt es bei den Unterschriften für den Wiederaufbau noch einen zweiten sehr interessanten politischen Aspekt. Es treffen sich die Damen und Herren des alten Adels in Massen. Nun soll man ja nicht von den Vätern auf die Söhne schließen und gegen Sippenhaft bin ich sowieso. Aber einige Blüten der „Deutschen Nation“, Familien, die Preußens Schicksal wesentlich mitbestimmt haben – das des Preußisch-Deutschen-Reichs auch – muss man sich einfach ansehen und dann kann man sich die Frage nach der Geschichtsaufarbeitung besser beantworten. Es geht mir um die Herrschaften, die am ostelbischen Bauernlegen ebenso beteiligt waren, wie an beiden Weltkriegen in führenden Positionen. Die als Landräte, Regierungspräsidenten, als Generäle, Admiräle und Reichsmarschälle ihren Reichtum zusammenrafften und heute noch darauf stolz zu sein scheinen. Wenigstens, wenn man sich das so auf ihren Seiten im Internet ansieht.
Angeführt wird die Riege natürlich von Friedrich Prinz von Preußen. In der Hierarchie wäre dann als nächstes zu nennen der Prinz Heinrich XI. von Reuss. Ich erlaube mir noch einige wenige herauszugreifen: So Friedrich Freiherr von Ketteler und Familie, Oliver Freiherr von Gregory, Dietrich von Ribbeck aus Nauen, Gernot von Grawert-May, ein ehemaliger Direktor der Deutschen Bank, Nikolaus von Puttkammer, ein altes preußisches Adelsgeschlecht, dass immer dem reaktionärsten Flügel der jeweiligen Epoche angehörte und heute in Immobilien und Steuern macht. Nicht zu vergessen Jesco von Puttkammer, das ehemalige Urgestein der NASA. Rüdiger von Maltzahn, eine Familie aus Mecklenburg, die sich ebenso wie die Puttkammers „auszeichneten“ oder Helgard von Holtzendorf aus der Mark mit ihrem Großadmiral unterm Kaiser.
Ich will es bei der Aufzählung belassen und nur noch drei extra Prachtstücke herausgreifen: Da haben wir den Dr. Hermann Freiherr von Richthofen, Diplomat im AA der Bundesrepublik. Natürlich lebt er in Schöneberg, hätte also mit Potsdam wohl nichts zu tun. Er scheint aber stolz zu sein, der Großneffe Manfreds von Richthofens zu sein. Das Garde du Corps lässt grüßen, ein Hoch auf die Kaiserzeiten. Neben anderen Funktionen in Verwaltung und Heer, gehört zum Clan auch Generalfeldmarschall Wolfram Freiherr von Richthofen, die braune Brühe lässt grüßen. Auch die Dame Donata von Lüttwitz hat unterschrieben. Vielleicht will sie ja an den Kapp-Lüttwitz-Putsch gegen die junge Weimarer Republik erinnern. Als letztes sei Herr Albrecht von Winterfeld genannt. Aus diesem ebenfalls puttkammermäßigen Clan stammt Achim von Winterfeld. Der vertrat als deutscher Jurist die Bundesregierung im Verbotsverfahren gegen die KPD.
Übrigens finden wir auch Generale und Oberste der Bundeswehr, die Traditionen pflegen, die nicht erst in den 50er Jahren beginnen.
Es sei mir gestattet zwei zu nennen, die sicher nicht auf der Seite der Garnisonkirchenstiftung unterschrieben hätten, obschon sie auch diesen Clans angehörten. Ich denke da an Arnold Friedrich Vieht von Golßenau, der spätere Ludwig Renn und an Alexander Graf Stenbock-Fermor. Beide lösten sich auf ihre eigene weise von ihrer Klasse und waren somit auch von Beginn an Antifaschisten. Ich bin mir sicher, dass sie die Brisanz begriffen hätten.
Übrigens kann man Geschichte auch in Ravensbrück bewältigen. Da kann man erinnern, Verantwortung lernen und um Versöhnung bitten.

Herbert Driebeauch fair

3. Kuba und Ebola

Wir geben dem Außenminister Luxemburgs uneingeschränkt recht, wenn er am 20.10.14 sagt: „Wir sollten uns in Europa ein Bespiel an Kuba nehmen. Dieses Land mit seine knapp 11 Millionen Einwohnern hat bereits 130 Ärzte nach Westafrika zur Bekämpfung von Ebola geschickt und angekündigt weitere 300 zu schicken.“
Typisch für die sogenannten Industrienationen ist dagegen, dass sie erst wirklich beginnen zu handeln, wenn ihr eigener Arsch bedroht ist. Oder besser der Arsch der Entscheidungsträger. Wenn man natürlich mit der Osterweiterung beschäftigt ist, dann bleibt nicht soviel Zeit für anderes und dann muss auch ein Herr Steinmeier konstatieren, dass wohl bisher zu wenig Hilfe für die betroffenen Staaten in Afrika auf den Weg gebracht wurde.

2. Syrische Flüchtlinge in Potsdam

Es mag schon löblich sein, dass Stadtobere in Potsdam sich zeitig Gedanken machen um die zu erwartenden Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien, aus einem Land, dass noch vor wenigen Jahren blühte. Natürlich geht es bei der Standortsuche um „verfügbare und kostengünstige Örtlichkeiten“. Vielleicht sollten die deutschen Konzerne sich an den Kosten beteiligen, die am Kriegsgerät verdienen, dass sie in Krisengebiete verkaufen. Davon ist natürlich nicht die Rede. Dafür wird darauf Aufmerksam gemacht, dass sich die Stadt nach O-Ton der Sozialbegeordneten Gedanken macht und die „Sorgen der Bürger sehr ernst nimmt“. Das führt aber durchaus nicht dazu, die Menschen dann individuell unterzubringen, sondern nach wie vor im Rudel. So bereits am Staudenhof am Alten Markt, in Hermannswerder oder in Groß Glienicke. Es scheint beim heruntergekommenen Staudenhof erst einmal keine Probleme zu geben, es sieht ja auch ein wenig so aus wie in Syrien, den Machern in Potsdam sein dank. Wenn man was zum Schandfleck verkommen lässt um es abreißen zu können, weil es aus Ostzeiten ist, so kann man dann erst mal noch Flüchtlinge dort unterbringen. Es scheint aber so, dass es auf der Insel mehr „Bedenken“ gibt. Sicher aber nicht von den Senioren oder den Behinderten. Die kommen sicher eher von Ottonormalverbraucher. Auch der Standort in Groß Glienicke neben einem neuen Villenviertel könnte wohl Wiederspruch hervorrufen. Bleibt zu hoffen, dass die zipfelmützigen Bürger dieser Landeshauptstadt nicht all zu aufgeschreckt sind.

1. Die Plattmacher und die Identitätskiller

Für den neuen (alten) Geist von Potsdam ist es nicht nur wichtig das Stadtbild übergewichtig mit Kaiser, Kaiserinnen und anderen Militaristen bepflastern, Schlosskopien zu bauen oder wenigsten den Bau mitzutragen und darum zu streiten, Militärtempel zu bekommen, was dann ja mit „Barockem Kleinod“ verdeckt wird, nein das alles reicht nicht, ja und auch die Schauerliche Neubeisetzung von F.II. und seinen „Windspielen“, nein es gilt auch alles aber wirklich alles platt zu machen, was mit ostdeutscher (DDR) Identität irgendwie zu tun hat. Das dabei auch die Spaltung der Stadt weiter in Kauf genommen wird, wird billigend einfach mal auch mal so mit in Kauf genommen. Interessant scheint dabei zu sein, dass der Riss auch was mit dem Geldbeutel der Leute zu tun hat. Nachdem also für den Rattenverseuchten Kanal Platz geschaffen wurde und für´s Schlossimitat, der Abriss der Fachhochschule beschlossen ist, bleibt nur noch das Terrassenrestaurant Minsk. Hier ist ja schon der Name an sich eine Provokation für dieses heutige Potsdam. Erinnert es doch an gute Beziehungen eines deutschen Staates mit einem gewissen Staat im Osten. Das ganze wird – üblich für einen kapitalistisches Staats- und Gemeindewesen – auf Kleinkrämerei reduziert. Ganz nebenbei kann man der aktuellen Presse entnehmen, dass es einen Investor gab aus der Gastr-branche, der aber „nicht mehr in Frage komme“. Dass Landessportbund dort eine Kita einrichten würde mit bewegungs- und gesundheitsorientierten Profil, scheint noch Sinnvoll, weil nach dem Neubau der Wohnungen dort sicher eine solche Einrichtung gebraucht wird, falls Leute, die sich dann dort die Mieten leisten können auch ihre Kinder in eine solche Einrichtung bringen. Dem SPD-Kämmerer scheint dar nicht zu schmecken, weil der LSB nur die hälfte des geforderten Preises von 1,5 Millionen Euro zahlen kann. Teure Wohnungen bringen da sicher mehr. Übrigens ist dem Linken Scharfenberg hier wirklich zuzustimmen, wenn er konstatiert, dass „Bei vielen anderen Sachen Geld keine Rolle spielt – etwa bei 500.000 Euro für einen Workshop zum Lustgarten“.
Was auch er nicht sagt, ist die Frage nach dem Lebensgefühl der Potsdam, die in den 50er und 60er Jahren oder später hier geboren wurden oder zugezogen sind und die ihre Identität oft nur noch mit ihrem Randstadtbezirk finden. Nur weiter so kann man da nur sagen. Rechnungen kommen oft überraschend und nach Jahren in Reaktionen, die sich so mancher vielleicht heute nicht träumen lässt.
Übrigens konnte man im Minsk sehr gut essen und tanzen. Aber die gutsituierten Bürger, die einst diesen Berg bewohnen, sind sicher nicht erpicht darauf mit normalem Fußvolk zusammen zu kommen.

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