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Der untote Kommunismus oder wie man Karl und Rosa noch ehren kann

In Potsdam gibt es seit vielen Jahrzehnten die Tradition, eine Woche nach der Liebknecht-Luxemburg-Ehrung in Berlin, beiden auch hier zu gedenken. Immer noch ist der dafür feste Termin sonntags um 10.00 Uhr. Veranstalter ist dabei immer die PDL. Während hier die Teilnahme Jahr für Jahr abnimmt, beginnt sich nunmehr eine neue Tradition herauszubilden. Initiatoren sind hier die AALP (Alternative Antifaschistische Linken Potsdam) und die linken Ultras Babelsberg. Zu dieser anderen Gedenkveranstaltung werden immer die DKP, die PDL und der VVN/BdA eingeladen.

Was passiert da? Es ist abends. Polizei steht hilflos rum oder sucht im Dunkel einen Verantwortlichen. Fehlende Straßenlampen ringsum machen diese Suche noch schwieriger. Die Uniformierten müssen sich zusammenreißen, um nicht nervös zu werden. Schnell wird aber klar, dass es eine sehr friedliche Veranstaltung wird. Natürlich machen so ca 70, hauptsächlich junge Menschen, meist in schwarz gekleidet, einigen Personen einiges Unbehagen. Aber die jungen Leute haben einen riesigen Arm roter Nelken mitgebracht. Sie haben vorher gesammelt. Und es gibt Kränze. Linke Ultras Babelsberg steht da drauf oder VVN/BdA oder DKP. Alle haben kleine Taschenlampen mit und es werden Teelichte angezündet. Da geben natürlich auch die Polizisten Ruhe. Sie hören zu und wundern sich, dass der totgeredete Kommunismus doch noch irgendwie da zu sein scheint. Drei Teilnehmer reden, dürfen reden. Der erste, man erkennt im Schein der Taschenlampe einen langhaarigen, jungen blonden Mann. Er, von den linken Ultras Babelsberg, spricht davon, dass man an die Opfer der Reaktion denken will. Es ist kurz und knapp. Der junge Mann vom VVN/BdA redet viel über Opfer. Er sagt auch der Totalitarismusdoktrin den Kampf an. Die Rede ist lang und es zieht ein wenig Unruhe ein.

Einer darf noch sprechen, ein Genosse der DKP. Daniel heißt er. Ruhe kehrt wieder ein. Hat er letztes Jahr nicht schon einmal gesprochen? Er stellt in drei Minuten den Zusammenhang her zwischen den Mördern von Maximilian Dortu aus Potsdam, der 1849 ermordet wurde und der Ermordung von Karl und Rosa und der von Herbert Ritter, Hans Otto und Hermann Elflein. Das wird verstanden. Da ist die Verbindung von Geschichte, von Nationalem und Lokalem.

Ist es Zufall, oder ist es so ausgemacht? Der DKP-Redner bleibt während der Schweigeminute vorn stehen. Dann legen alle ihre Kränze mit dem Text „Trotz Alledem!“, Blumen nieder und stellen ihre Teelichter dazu.

Es fühlt sich für alle gut an, was da gelaufen ist. Auch wenn die jungen Leute jegliche Parteistrukturen rigoros ablehnen, betrachten sie doch gerade die Kommunisten als ihre Verbündeten in ihrem aktuellen Kampf. Sie stellen die so genannte K – Frage nicht, die ja in den letzten Wochen durch die Medien geisterte. Das hat wohl seinen Grund, allgemein und insbesondere in Potsdam. Hoffnung keimt auf.

Herbert Driebe
deruntotekommunismus

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